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Solo auf Krücken
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Solo auf Krücken

Der Choreograf

Das Solo auf Krücken ist die Schöpfung von Performanzkünstler Bill " der CrutchMaster" Shannon, der für seine " Shannon Technik" durch Tanzen auf Krücken bekannt geworden ist. Diese Technik ist eine Mischung von Skateboarding und Straßentanzen, bei der spezielle Krücken verwendet werden.

Bei Shannon wurde die Krankheit Legg-Calve-Perthes (ein schmerzhaftes Beschwerden, das die Entwicklung der Hüften beeinträchtigt) im Alter von fünf Jahren diagnostiziert. Er bewegt sich meistens auf einem Skateboard, das er mit den Krücken bewegt, um die Schmerzen in seinen Hüften zu lindern.

Er wurde ursprünglich gebeten, in Varekai aufzutreten, aber er lehnte dies ab. Sicher wäre der kraftraubende Zeitplan, der gefordert ist, wenn man sich auf Tour befindet (bis zu zehn Auftrete pro Woche) schwierig einzuhalten. Besonders angesichts seiner Beschwerden. Zudem ist er Individualist. Deswegen hat er sich bereit erklärt, einen Tanz in seinem Stil für die Show zu choreografieren.

Bill Shannon kann man in seinen eigenen "Mixed-Media" Shows "live" erleben, wie zum Beispiel in der Show "Sketchy". (Gehen Sie auf seine Webseite. www. virtualprovocateur. com Dort finden sie die Daten für die geplanten Auftritte). Sie können ihn auch in der Folge "Flucht" der Fernsehsendung "Sonnensturm" von Cirque du Soleil sehen.

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Die Ursprüngliche Version... "Vor Dergin"

Die ursprüngliche Version von Varekais Solo auf Krücken wurde von einem nicht behinderten Tänzer, Vladimir Ignatenkov (als Vova fär seine Fans bekannt) aufgeführt. Zu Beginn des Tanzes taumelt Icarus auf der Bühne; er kann nicht laufen. Er duckt sich, während der dunkle Mann ihn mit den Flügeln verspottet, die er verloren hat. Bedrohliche Figuren lauern im Hintergrund. Der "Hinkende Engel" nähert sich Icarus zunächst erschrocken, während sich dieser zurückzieht. Der Tänzer streckt Icarus die Hand hin, um ihm Unterstützung anzubieten. Dann fällt er mit seinen Krücken ausgestreckt zu Boden... in Nachahmung des Sturzes des Icarus.

Der dunkle Mann verspottet jetzt den "Hinkenden Engel" und fordert ihn auf aufzustehen... und er tut es. Er beginnt auf seinen Krücken herumzubalancieren. Daraufhin fällt er noch einmal zu Boden, offensichtlich unfähig, seine Position zu halten. Der dunkle Mann schwingt seine Flügel bedrohlich. Mit besorgtem Gesicht kriecht er Icarus hinterher. Aasfressergleich nähern sich ihm die bedrohlichen Figuren.

Doch der Tänzer zieht sich selbst wieder hoch und steigt erneut auf. Daraufhin tanzt er noch einmal auf seinen Krücken. Es ist als ob er Schlittschuh liefe, dabei balanciert er mit beiden Füßen auf einer Krücke und wirbelt dann mit weit vom Boden entfernten Füßen herum. ... eine ungemeine Kraftanstrengung, die höchst kompliziert ist und auch ein wenig unbeholfen aussieht. In seiner endgültigen Pose (Arme ausgestreckt, auf den Krücken balancierend) versucht er, Icarus zu zeigen, wie er wieder fliegen kann.

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Das Solo "Dergin-Stil"

Die erhabene Kraft seines Oberkörpers und Breakdancing Stils von Dergin Tokmak bringt eine völlig neue Lebenskraft und Bedeutung zu " Solo auf Krücken". Sein Tanz ist eine Mischung aus der Technik von Bill Shannon und Dergins ungemeiner eigener Energie. Wenn Dergin loslegt, dann fliegt er!

Wo der vorherige Tänzer geglitten und seinen Körper in verschiedenen Haltungen ausgeglichen hat, wirft Dergin seinen Körper mit atemberaubender Geschwindigkeit herum. Wie ein Freund mir kürzlich erzählt hat, werden die Krücken ein Teil des Körpers, wenn man sie jeden Tag benutzt. Die Bewegungen von Dergin verschmelzen zur natürlichen Leichtigkeit von jemandem, der gelernt hat, vollständig mit Krücken umzugehen. Dieser Tanz vermittelt wahrlich die beabsichtigte Message. Er zeigt Icarus wie man wirklich fliegen kann!

Spacetaker.org - foto von David Brown

Als Zuschauer erscheinen einem seine Bewegungen zu graziös, um wahr zu sein. Er wirbelt seinen Körper herum als ob er schwerelos wäre, er landet kaum und hebt sogleich wieder ab. Die partielle Beherrschung seines rechten Beines erlaubt ihm, seine Kraftwirkung zu unterstützen.

Wenn er einen Handstand auf seinen Krücken macht, dann ist dies so unglaublich, dass man sich wundert, ob die Weise, in der er seine Beine hält, wirklich nur ein Teil von der Nummer ist. Tatsächlich ist eine der häufigsten Debatten, die nach der Show aufgeschnappt werden kann: "ist er es wirklich oder ist er es nicht?"

Aber selbstverständlich ist es so, dass nicht zu erkennen ist, dass jemand mit einer Behinderung so erstaunlich talentiert eine körperästhetische Kunstform wie Tanzen ausüben kann. Wenn er tanzt, beweist Dergin jedes Mal aufs Neue, dass "behindert" eben keine zutreffende Bezeichnung für ihn ist. Er ist einfach ein Meister seiner Kunst!

Spacetaker.org - foto von David Brown